VOCO Dental Aid

VOCO unterstützt im Rahmen seiner Initiative „VOCO Dental Aid“ diverse zahnärztliche Hilfsprojekte. In diesen engagieren sich ehrenamtliche Helfer an verschiedensten Orten der Welt und leisten dort in oft mehrwöchigen freiwilligen Einsätzen einen wertvollen Beitrag zur zahnmedizinischen Grundversorgung. Dies gilt vor allem denjenigen Menschen, die nur selten oder keinen Zugang zu den Leistungen des jeweiligen Gesundheitssystems haben. Häufig leben diese Menschen auch noch in entlegenen und unwegsamen Regionen, die von den Helfern nur unter Strapazen zu erreichen sind. Vor Ort sehen sie sich dann mit weiteren Herausforderungen konfrontiert. Gerade unter erschwerten Behandlungsbedingungen kommt es aber auch auf die Qualität und Anwenderfreundlichkeit der eingesetzten Dentalmaterialien an. VOCO  würdigt ausdrücklich das humanitäre Engagement von zahnmedizinisch Tätigen und stellt ihnen bewährte Produkte seines Sortiments kostenlos zur Verfügung. Mit diesen werden Prophylaxe-Maßnahmen und Zahnsanierungen erfolgreich durchgeführt und gegebenenfalls Zahnstationen für künftige Behandlungen ausgestattet. Erfahren Sie hier mehr von einigen Hilfsprojekten, die wir im Rahmen unserer Initiative „VOCO Dental Aid“ bereits unterstützt haben.

„Dentists for Africa“ – unterwegs in Kenia
VOCO Dental Aid
Anna Hübben und Kyra Kalbhen behandeln in der Dentalclinic. Gruppenbild mit den Schwestern der Dentalclinic. Anna Hübben (l.) extrahiert einen Zahn. Kyra Kalbhen assistiert ihr. Eines der beiden gut ausgestatteten Behandlungszimmer in der Dentalclinic.  In der mobilen Klinik in Marani wurden die Patienten auf Gartenstühlen behandelt Schulbesuch in der Nyaura Primary School.

„Schon lange war uns klar, dass wir nach dem Examen nicht sofort ins Berufsleben starten wollten. Wir wollten viel lieber in einer Famulatur Arbeit und Urlaub verbinden, unsere Fähigkeiten erweitern und dabei gleichzeitig die Menschen vor Ort unterstützen. Noch während unseres Staatsexamens begann die Planung unseres Aufenthalts. Nach langem Überlegen entschieden wir uns für die Organisation „Dentists for Africa“ in Kenia. Von ihr erhielten wir einen ausführlichen Leitfaden und die Kontaktdaten der vor Ort behandelnden kenianischen Zahnärztin Sister Fabian.

 

Als es soweit war, starteten wir mit viel Gepäck Richtung Frankfurt. Jedes Gramm unserer 4x 23kg Gepäck und 2x 12kg Handgepäck waren ausgereizt - vor allem mit Materialspenden. Gerne hätten wir die gesamten Spenden transportiert, aber die Fluggesellschaft genehmigte uns leider kein weiteres freies Gepäckstück. Die zurückgebliebenen Spenden werden mit weiteren Materialien und Geräten von Dentists for Africa nach Kenia gebracht.

Von Frankfurt aus flogen wir nach Amsterdam, weiter nach Nairobi und letztendlich nach Kisumu. Dort empfingen uns Sister Lawrencia und Fahrer Vincent. Nach einer langen Autofahrt erreichten wir unseren Zielort Kisii und das Christamarianne Mission Hospital. Das angrenzende Gästehaus sollte für uns und zwei weitere Humanmediziner die nächsten zwei Wochen unser Zuhause sein.

 

Sister Lawrencia war unsere Ansprechpartnerin und wir konnten uns jederzeit an sie wenden. Sie organisiert das zentrale Materiallager von Dentists for Africa in Kenia und ist außerdem zuständig für die Digitalisierung der Krankenhausakten von HIV-Patienten. Dank des Leitfadens waren wir über die hohe Zahl der HIV-infizierten Patienten informiert und statteten uns mit Doppelhandschuhsystemen, Schutzvisieren und Mundschutz aus. Für den Notfall verfügt das Krankenhaus über die HIV-Postexpositionsprophylaxe.

 

Unser Arbeitstag startete um 9 Uhr, gegen 13 Uhr gab es eine Mittagspause und gegen 16 Uhr schloss die Dentalclinic. Behandelt haben wir in zwei Räumen mit je einem Zahnarztstuhl und einer guten Ausstattung. Mit der Unterstützung von  Davine - einer Zahnarzthelferin in Ausbildung, Sister Fabian, Jeal und Tony - zwei Dental Health Workern im Praktikum, Sharon und Dickson - zwei Zahntechnikern, sowie Medizintechniker Felix, konnten wir jegliche Behandlungen durchführen.

Es gab außerdem ein kleines zahntechnisches Labor, in dem Prothesen hergestellt werden konnten. Die häufigsten Behandlungen waren Extraktionen und Füllungen. Wir konnten aber auch Zahnreinigungen mit einem Ultraschallscaler und - dank eines Röntgengerätes - Wurzelkanalbehandlungen durchführen. Erschwert wurden die Behandlungen durch den hin und wieder ausfallenden Strom.

Dentists of Africa besucht auch immer wieder Schulen. Bei einem dieser Schuleinsätze durften wir dabei sein. In der Nyaura Primary School klärten wir rund 300 Schüler über Zahngesundheit auf und untersuchten sie. Bei Bedarf behandelten wir einige von ihnen anschließend im Krankenhaus. In der Regel fanden wir pro Kind maximal 1-2 behandlungsbedürftige Zähne – wir hatten einen schlimmeren Zustand erwartet. Viele Kinder berichteten, dass sie keine Zahnbürste besitzen, sodass Sister Fabian einen weiteren Besuch plante, um die Kinder mit Zahnbürsten mit Zahnpasta zu vrsorgen. Dieses Erlebnis war absolut einzigartig und die Freude und Dankbarkeit der Kinder war sehr ergreifend.

 

Insgesamt unterschied sich das Patientenklientel deutlich von uns bekannten deutschen Patienten. Terminvergaben mit Uhrzeiten sind wenig sinnvoll, lediglich das Datum wird eingehalten. Dafür sind die Patienten sehr geduldig und erwarten nicht sofort dran zu kommen. Uns ist immer wieder aufgefallen, dass die wenigsten Kenianer wissen, dass man mindestens zwei Mal am Tag für 3 Minuten die Zähne putzen sollte.

Wir hatten die Möglichkeit eine weitere Zahnstation in Asumbi kennenzulernen, wo sich auch das Mutterhaus der Franziskaner Schwestern befindet. Einen Tag lang behandelten wird dort vor allem Mädchen aus der angrenzenden High School.

Bei einem weiteren mobilen Einsatz im Krankenhaus in Marani saßen die Patienten auf Plastikstühlen in einem Zelt und bekamen reihenweise Zähne extrahiert. Hauptsächlich bei Erwachsenen, die sich eine Behandlung nicht leisten bzw. die nächste Zahnstation nicht erreichen können.

 

Außerdem durften wir Dr. Schinkel, den Gründer von Dentists for Africa kennenlernen. Er reiste unter anderem für ein Wochenendseminar an, in dem es darum ging die Situation vor Ort zu optimieren und die Ziele der Organisation mit der Realität besser vereinbaren zu können. Hier erhielten wir Einblicke in die Erfahrungen, Wünsche und Schwierigkeiten der Studenten.

In unserer Freizeit erkundeten wir die Anlage des Krankenhauses mit all seinen Tieren und Gemüsebeeten. Wir besuchten die Patientenküche und -bäckerei und ließen uns die Zubereitung kenianischer Spezialitäten zeigen. Wir kamen auch auf das Angebot von Sister Lawrencia zurück, die uns einen Ausflug in den Kakamega Regenwald organisierte. Der Regenwald und das Rondo Retreat Center sind wirklich ein lohnenswertes Ziel. Die Anlage ist wunderschön mitten im Regenwald gelegen und sehr erholsam.

In unserer 9-Tage Safari besuchten wir den Masai Mara Nationalpark, den Lake Naivasha Nationalpark, den Ambosli Nationalpark und den Tsvao-West Nationalpark. Die Reise endete in Mombasa am Strand.

 

Wir hatten eine wirklich unvergesslich schöne Zeit in Kenia. Die Kenianer sind immer offen und herzlich zu uns gewesen. Besonders die Sisters nahmen uns liebevoll in ihren Kreis auf und kümmerten sich sehr rührend um uns. Der Aufenthalt war eine besondere Bereicherung sowohl in persönlicher, als auch in beruflicher Hinsicht.

 

Insgesamt haben wir 82 Firmen kontaktiert, wovon uns 24 eine Spende zusagten. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen unseren Sponsoren für die großzügige Unterstützung, die nicht nur uns, sondern auch die Kenianer vor Ort sehr glücklich gemacht hat (in alphabetischer Reihenfolge):

3M Deutschland GmbH, Bausch GmbH, Busch & Co. GmbH, Clinic & Job Dress GmbH, Colente Group, Dentsply Detrey GmbH, Anton Gerl GmbH, Golf Toys GmbH, E. Hahnenkratt GmbH, Kulzer GmbH, Horico Dental Hopf, Ringlab & Co. GmbH, Hu-Friedy Mfg. Co., Ivoclar Vivadent GmbH, Karl Hammacher GmbH, Komet Dental/Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG, Kuraray Europe GmbH, M+W Dental GmbH, MaiMed GmbH, MPS Dental GmbH, Nordiska GmbH & Co.KG, Polydentia SA, Romesco Handelsges.m.b.H, VOCO GmbH.“

Zahnärzte in Äthiopien: Arbeiten in einem der ärmsten Länder der Welt
VOCO Dental Aid
Erwachsene werden in der Klinik behandelt. Im Wartebereich werden Patienten von einer Mitarbeiterin des örtlichen Gesundhei Die Zahnärzte besuchen auch die Kinder in den Schulen und putzen mit ihnen die Z Die Zahnärzte besuchen auch die Kinder in den Schulen und putzen mit ihnen die Z Ein Zweig als Alternative zur Zahnbürste.

Äthiopien, eines der ärmsten Länder der Welt, besitzt kaum eine zahnärztliche Versorgung. Außerhalb der Hauptstadt

arbeiten gerade mal 50 ausgebildete Zahnärzte für eine Bevölkerung von 63 Millionen Menschen. Einer, der hier helfen will, ist der niederländische Zahnarzt Frank Paternotte. Er machte sich Anfang dieses Jahres auf den Weg in das im Nordosten Afrikas gelegenen Landes. Das Ziel seiner Reise: vier Wochen lang Menschen aus dem kleinen Städtchen Dembi Dolo im Südwesten Äthopiens zahnärztlich zu behandeln. Er unterstützt gemeinsam mit anderen Kollegen ein zahnärztliches Projekt, das Rotary Doctors Nederland ins Leben  gerufen hat. 

 

Ein Erfahrungsbericht von Frank Paternotte:

„Ich und ein Kollege sind zu Gast bei der katholischen Mission vor Ort und dürfen im Kloster der Gesellschaft der Helferinnen Mariens (Society of the Helpers of Mary) übernachten. Die Mitarbeiter unterstützen uns bei der Arbeit in der Klinik. Dort behandeln wir Menschen mit Schmerzen und geschulte Teammitglieder entfernen Zahnstein. Wenn es notwendig ist, füllen wir bei Kindern die Löcher in den Zähnen. Bei Erwachsenen übernimmt dies der Zahnarzt des lokalen Krankenhauses. Unsere wichtigste Aufgabe ist hier aber die Prävention. Wir erklären den Patienten, wie man seine Zähne gesund hält. Deshalb erzählt zu Beginn eines jeden Arbeitstages ein Mitarbeiter des Gesundheitszentrums im vollen Wartezimmer etwas zum Thema Zahnheilkunde.

In den abgeschiedenen Regionen im Landesinneren bieten sie zu verschiedensten Themen Beratungen an. Wir stehen ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Neben der Behandlung in der Klinik besuchen wir allerdings auch Schulen, an denen wir Lehrer und Schüler aufklären.

 

Mit einem Zweig die Zähne putzen

 

Ein typischer Arbeitstag sieht hier folgendermaßen aus: Nach der Begrüßung des Teams bereiten wir den großen Behandlungsraum vor. Dabei ist es immer wieder spannend, ob wir Strom haben. Den Generator stellen wir vorsichtshalber immer bereit. Mit einem Krankenpfleger und unserem Dolmetscher besuchen wir die Grundschule. Hier waschen wir gemeinsam mit der Grundschullehrerin und ihren Schülern zuerst die Hände, bevor es dann ans Zähneputzen geht. Das Besondere hierbei ist, dass die Zähne mit einem Zweig und fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Denn richtige Zahnbürsten sind kaum erhältlich. Zudem sind sie zu groß für die Kinder und zu teuer. Die Universität von Addis Abeba zeigt Interesse an diesem Projekt und plant, die Wirkung des Putzens mit einem Zweig anstelle einer Zahnbürste zu untersuchen.

 

Da es in der Schule kein Wasser gibt, haben wir eine 200-l-Tonne angeschlossen, an der sich die Kinder nun an sechs Wasserhähnen vor dem Zähne putzen die Hände mit Seife waschen können. Gefüllt wird die Tonne von den Kindern die auf der anderen Seite des Flusses wohnen. Sie bringen  jeden Tag einen kleinen Kanister mit drei Litern Wasser mit.

Zurück in der Klinik wartet bereits eine große Schar Menschen mit Schmerzen auf uns. Die Behandlung an sich ist genauso, wie man sie von Zuhause kennt. Wir müssen uns jedoch auf lange Gespräche einstellen, wenn wir dem Patienten empfehlen, auch andere kranke Zähne zu ziehen als nur den, der dem Patienten im Augenblick Schmerzen bereitet. Mit Hilfe eines  Handspiegels zeigen wir dem Patienten dann die Fistel und den faulen Zahn. Auf einer großen Tafel erklären wir dann, wie es überhaupt zu einem „entzündeten“ Zahn kommen kann.

Wir versichern den Patienten, dass nur der eine zu behandelnde Zahn bezahlt werden muss. Die meisten gehen dann mit einer Betäubung und Bedenkzeit ins Wartezimmer. Während der Behandlung halten einige Patienten meine Hand fest, um sicherzugehen, dass ich auch den richtigen Zahn ziehe. Abschließend erhalten sie den Ratschlag, für die Weiterbehandlung noch einmal wiederzukommen und erhalten Hinweise zum Putzen. Außerdem werden sie über die Auswirkungen von süßem Essen und Trinken aufgeklärt.

Wenn wir  weinende Kinder mit Angst vor der Betäubung behandeln, versuchen einige Leute sie mit gut gemeinten Äußerungen zu beruhigen. Oft hört man jemanden „ma kuba“ sagen, was „es tut nicht weh“ bedeutet. Dann muss ich die Behandlung unterbrechen und erklären, dass man eine Betäubung sehr wohl spürt.

 

Katastrophale Gebisse durch Zucker und Alkohol

 

Weitere Patienten, die wir behandelt haben, waren beispielsweise ein Mädchen mit Warzen um den Mund, die mit Nagellack betupft waren, eine Mutter, die sich mit ihrem zauberhaften Baby an der Brust die Zähne kontrollieren ließ oder ein 12-jähriger Junge, der sich, um dazuzugehören, die Abbildung eines Dolchs auf den Arm hat brennen lassen.

Wir behandelten diverse Menschen mit katastrophalen Gebissen, angegriffen und abgenutzt durch den regelmäßigen Konsum von Khat (Blätter der Khatpflanze, die zerkaut belebend wirken und das Hungergefühl betäuben) in Verbindung mit Zucker und lokal gebranntem Alkohol. Viele Patienten kamen mit einem enormen Zahnverschleiß zu uns. Die Ursache: Sie kauen den ganzen Tag Getreidekörner, zwischen denen noch Sand sitzt.

 

Unsere größte Herausforderung ist, das Projekt zusammen mit den Beteiligten vor Ort so zu gestalten, dass es nach drei bis fünf Jahren selbstständig fortgeführt werden kann. Unterstützt werden wir dabei von zwei Pflegern, die eine dreijährige Ausbildung zum „Dental Therapist“ an der Universität Addis Abeba absolviert haben. Sie erlernen einfache zahnmedizinische Behandlungen wie Betäubungen setzen, Zähne ziehen, kleinere Füllungen legen und Aufklärung leisten.

Die nationalen und lokalen Behörden beziehen wir von Anfang an in das Projekt mit ein. Dadurch erhoffen wir uns, dass die Behörden in Zukunft eine aktive Rolle im Projekt übernehmen.

 

Zusammenfassend muss ich sagen: Es waren wirklich intensive Wochen. Auch dieses Mal war ich wieder sehr beeindruckt vom Optimismus, dem Durchsetzungsvermögen und dem Erfindungsreichtum der Mitarbeiter vor Ort.“

Zahnärztlicher Hilfseinsatz in Bolivien
VOCO Dental Aid
Erst wurde die Zahnputztechnik am Modell geübt, dann an den eigenen Zähnen. Dr. Annette Schoof-Hosemann in Santa Cruz, Bolivien. Zahnmedizinstudent Tobias Kleinert fluoridierte die Zähne der kleinen Patienten Das zahnärztliche Hilfsteam: Dr. Annette Schoof-Hosemann, Tobias Kleinert, Alexa

Im August 2017 startete die Zahnärztin Dr. Annette Schoof-Hosemann bereits zum achten Mal zu ihrem inzwischen routinemäßigem zahnmedizinischen Einsatz nach Bolivien.
Begleitet wurde sie dieses Mal von den drei Studenten Tobias Kleinert, Alexandra Krumb und Stephanie Kokoschka, alle drei Zahnmediziner der Universität Gießen.
Gemeinsam reiste das Team zum ersten Mal in die Millionenmetropole Santa Cruz de la Sierra. Dort befand sich ihr Arbeitsplatz für die kommenden Wochen. Ein winziger, fensterlose Raum mit einer nicht mehr funktionierenden, alten, zahnmedizinischen Einheit in einem Kinderzentrum, im ärmsten Stadtviertel von Santa Cruz: Los Lotes. Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins Dentists-and-Friends wurde der Raum kurz zuvor frisch renoviert und die Einheit aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. Sie entsprach zwar nicht ganz den gewohnten deutschen Standards, aber ein Arbeiten war mit etwas Improvisationstalent schon ganz gut möglich.

 

In Los Lotes wurde kräftig Reklame gemacht, sodass die Patienten schon Schlange standen, als das Zahnärzte-Team das erste Mal zur Gratis-Behandlung eintraf. Die drei Studenten waren schockiert über die desolaten Gebisszustände der Patienten, für Dr. Annette Schoof-Hosemann war es - nach ihrem achten Aufenthalt in Bolivien – ein fast schon gewohnter Anblick. Sie kündigte schon mal an, dass noch viel, viel schlimmere Zahnruinen vorfinden würden. Denn nicht überall lassen sich Zahnbürste kaufen.

 

Eine Woche arbeitete das vierköpfige Team in Santa Cruz im Akkord: Bei 88 Patienten wurden 35 Zähne gezogen und 75 Füllungen gelegt. Nach diesem schweißtreibenden, aber erfolgreichem Einsatz in Santa Cruz, ging es dann hoch hinauf ins Altiplano, in fast 4000m Höhe.

In La Paz, auf der Durchreise zum Titicacasee, kauften die Reisenden für die Praxis in Challa fehlende zahnmedizinische Gebrauchsgegenstände, wie zum Beispiel Handschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel und Antibiotika. Natürlich durfte der Einkauf von Zahnputzutensilien für die Mundhygiene-Instruktionen in den Schulen nicht  fehlen. Insgesamt landeten 500 Zahnbürsten und Zahnpasten in der Reisetasche. Nach dem Einkauf ging es dann etwa 140 km zum Titicacasee und anschließend weiter mit dem Fährboot hinüber zur winzigen Gemeinde Challa. Während in Santa Cruz bei tropischer Hitze heftige, laute Betriebsamkeit einer typischen Millionen- Metropole vorherrscht, kann man sich auf der Insel von dem Anblick der spektakulären Naturschönheiten kaum lösen.

 

In Challa hat das Ärzte-Team in zwei der drei Schulen, und im noch höher gelegenen Yumani, die mehr als 500 Schüler über die notwendige tägliche Mundhygiene unterrichtet. Dabei haben sie versucht die Ursachen der Entstehung einer Karies zu erklären, Zahnbürsten verteilt, gemeinsam Zähne geputzt und anschließend mit Voco Fluoridin N5 fluoriert.

 

Da Dr. Annette Schoof-Hosemann seit 2013 diese Schulen regelmäßig aufsucht, genossen die Schüler nun schon zum fünften Mal die Präventionsmaßnahmen. Die Wiedersehensfreude mit der „Doctora“ ist immer riesig und die Zahnputzmaterialien werden ihnen aus den Händen gerissen. Leider befinden sich die Zähne nach wie vor in einem schlechten Zustand. Es gibt kaum ein kreisfreies Gebiss, dagegen aber viele Kinder und Jugendliche, die keinen einzigen gesunden Zahn vorweisen können. Für die mitgereisten Studenten ist dieser Anblick ein regelrechter Schock. Dass desolate, total zerstörte Gebisse hier eher der Normalzustand bei den Jugendlichen ist, ist für sie eine erschreckende und sehr prägende Erkenntnis.

Doch man sieht auch kleine Fortschritte, die sich vor allem im Interesse, sich die Zähne untersuchen und reinigen zu lassen, zeigten. So wurde das Team von den Schulkindern regelrecht überrannt. Damit sie aber zu den dringend notwendigen Behandlungen – den Extraktionen - Zugang fanden, haben sich die Behandler etwas ausgedacht. Es gab ein Geschenk aus der Belohnungsbox. Die Aussicht auf ein Geschenk aus dieser Box führte zum Massenandrang bei den Kindern.

So konnte das Team am Ende des Einsatzes stolz verzeichnen, dass sie 88 Patienten mit Füllungen und Extraktionen erfolgreich versorgt und nicht nur die gewünschten Reinigungen vorgenommen hatten.

Liebevoll wird Dr. Annette Schoof-Hosemann auf der Insel: la Doctorita (= Dökterchen) genannt. Bei all der mühsamen Arbeit ist der große der Dank der Patienten für sie ein unbeschreibliches Geschenk und Lohn für alle widrigen Umstände.

 

VOCO unterstützte diesen Hilfseinsatz mit der Spende diverser Dentalmaterialien, wie etwa den Füllungsmaterialien Grandio und Grandio Flow, dem Adhäsiv Futurabond DC und dem Calciumhydroxid-Präparat Calcicur. Interessant ist, dass in Bolivien die gängigste Zahnfarbe A2 ist.

Zahnärztin reist für Hilfseinsatz nach Peru
VOCO Dental Aid
Zahnärztin reist für Hilfseinsatz nach Peru Nach anfänglicher Angst vertrauen die peruanischen Kindern Dr. Renata Messner. „Auch eine Umarmung wirkt manchmal Wunder“, sagt Zahnärtin Dr. Renata Messner. Prophylaxe ist wichtig. Deshalb lernten die Kinder, wie sie ihre Zähne putzen mü

Es ist schon fast 30 Jahre her, da reiste die damals 24-jährige Studentin Renata Messner für ihre Famulatur auf die Fidschi Inseln. Es war ihr erster Einsatz, um in einem so weit entfernten Land Bedürftigen zu helfen. „Damals habe ich in drei Monaten knapp 300 Zähne extrahiert und viele Erfahrungen gesammelt“, erinnert sich die Zahnärztin, die heute eine Praxis in der nordrhein-westfälischen Stadt Mühlheim an der Ruhr betreibt.

Jetzt flog Dr. Renata Messa für den Verein „Zahnärzte helfen“ wieder mehr als Zehntausend Kilometer, um diesmal in Südamerika, genauer in Peru, für drei Wochen freiwillig ihre zahnärztliche Hilfe anzubieten. „Nach 25 Jahren Berufs- und Lebenserfahrung dachte ich an mein früheres Ziel, anderen Menschen etwas davon zu geben. Ich wollte aber auch von ihnen was mit nach Europa zurücknehmen“, erklärt die Zahnärztin ihre Intention. Auf ihre Reise nach Südamerika begleiteten sie ihr Lebensgefährte und ihr 14-jähriger Sohn.

 

Sprachbarrieren überwinden

Zuerst ging es für die Familie nach Urubamba, ein Ort, der von Touristen meist nur auf dem Weg zu den Ruinen Machu Picchu durchreist wird. In Urubamba übernahm dann der Partner-Verein „Corazones para Peru – Herzen für eine neue Welt“ die weitere Organisation des Hilfseinsatzes. Für Dr. Messner standen zwei Einsatzorte auf dem Programm: zum einen ein Kinderdorf in Munaycha, zum anderen im Ort Hoilloc. Hierher reisten auch die Menschen aus den angrenzenden Bergdörfern an. Um sich mit ihnen verständigen zu können, benötigte die Zahnärztin allerdings Hilfe. Denn die Bewohner aus den abgelegenen Regionen sprechen Quechua. „Ich konnte mich mit ihnen leider nicht direkt unterhalten, die peruanische Zahnärztin Brikz, die für die Hilfsorganisation an Ort und Stelle arbeitet, hat freundlicherweise alles übersetzt. Sie wurde in Peru ausgebildet und kann trotz ihres jungen Alters und wenig  Berufserfahrungen perfekt Zähne extrahieren“, erklärt Renata Messner.

 

Zum Zahnarzt, wenn es fast zu spät ist

Und das war auch notwendig, denn Vorsorgeuntersuchungen kennen die Einheimischen dort nicht. „Die meisten von ihnen gehen erst dann zum Zahnarzt, wenn eine Extraktion ansteht und alles andere nicht mehr machbar ist“, so die Zahnärztin. Für die zahnärztliche Behandlung und Versorgung ohne Extraktion erhielt Renata Messner Spenden von Dentalmaterial-Herstellern: „Dafür bin ich sehr dankbar. Die Kinder werden von der Organisation zwar bestens versorgt, dennoch litten viele von ihnen unter Zahnfleischentzündungen. Bei ihnen war meine Hauptaufgabe Zahnstein zu entfernen.“ Außerdem habe sie versucht, gerade bei den älteren Kindern, die Aufmerksamkeit auf ihre Ernährungsgewohnheiten zu lenken und bat sie, öfter Obst und Gemüse zu essen.

 

Erfahrungen fürs Leben

Bei den kleineren Patienten hingegen, gestaltete sich die zahnärztliche Behandlung meist etwas schwieriger. „Sie freuen sich weniger auf die gute zahnärztliche Behandlung, die sie in dem Kinderdorf genießen, sondern auf die Aufmerksamkeit und Zeit, die man mit ihnen verbringt. Auch eine Umarmung wirkt manchmal Wunder. Die Kinder waren so unglaublich dankbar und haben meine Nähe gesucht. Das werde ich nie vergessen“, sagt die Zahnärztin rückblickend und erklärt weiter: „Meine Familie und ich haben die Zeit in Peru sehr genossen und uns immer wieder darüber gewundert, wieviel man anderen in so kurzer Zeit geben kann. Es kommt nicht immer darauf an, was man beruflich macht, denn jeder kann helfen und jeder wird gebraucht.“ Sobald es geht, möchte sie wieder einen Freiwilligendienst in Südamerika leisten.