VOCO Dental Aid

VOCO unterstützt im Rahmen seiner Initiative „VOCO Dental Aid“ diverse zahnärztliche Hilfsprojekte. In diesen engagieren sich ehrenamtliche Helfer an verschiedensten Orten der Welt und leisten dort in oft mehrwöchigen freiwilligen Einsätzen einen wertvollen Beitrag zur zahnmedizinischen Grundversorgung. Dies gilt vor allem denjenigen Menschen, die nur selten oder keinen Zugang zu den Leistungen des jeweiligen Gesundheitssystems haben. Häufig leben diese Menschen auch noch in entlegenen und unwegsamen Regionen, die von den Helfern nur unter Strapazen zu erreichen sind. Vor Ort sehen sie sich dann mit weiteren Herausforderungen konfrontiert. Gerade unter erschwerten Behandlungsbedingungen kommt es aber auch auf die Qualität und Anwenderfreundlichkeit der eingesetzten Dentalmaterialien an. VOCO  würdigt ausdrücklich das humanitäre Engagement von zahnmedizinisch Tätigen und stellt ihnen bewährte Produkte seines Sortiments kostenlos zur Verfügung. Mit diesen werden Prophylaxe-Maßnahmen und Zahnsanierungen erfolgreich durchgeführt und gegebenenfalls Zahnstationen für künftige Behandlungen ausgestattet. Erfahren Sie hier mehr von einigen Hilfsprojekten, die wir im Rahmen unserer Initiative „VOCO Dental Aid“ bereits unterstützt haben.

Einsatz im „heiligen Tal der Inka“
VOCO Dental Aid
Florian Schilling (in weiß) bei seinem Hilfseinsatz in Peru. Florian Schilling (in weiß) bei seinem Hilfseinsatz in Peru. Eindrücke aus Peru. Eindrücke aus Peru. Eindrücke aus Peru. Eindrücke aus Peru.

Ein Erfahrungsbericht von Florian Schilling (Universität Erlangen ). Organisation: Zahnärzte helfen e.V.

 

„Frisch aus dem Examen und vor dem Sprung ins Berufsleben stand für mich fest, dass ich Abseits der zahnärztlichen Lehre und des zahnärztlichen Standards an Deutschlands Universitätskliniken einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen wollte. Peru erschien mir als Traumziel - einerseits anhand der Kultur und Lebensweise, andererseits anhand der Erzählungen über dieses Projekt und den Förderverein von Kommilitonen, die dieses Abenteuer bereits während ihres Studiums gewagt hatten. Die Entscheidung fiel auf ein Projekt in Urubamba, dem heiligen Tal der Inka. Der Verein “Zahnärzte Helfen e.V.“ betreut ein zahnärztliches Projekt in Urubamba und arbeitet dort mit dem Verein “Corazones Para Perú“ zusammen. Sie bieten bedürftigen Kindern und auch Erwachsenen in teils entlegenen Bergdörfern medizinische Hilfe an. Durch eine Spendenanfrage an verschiedenste Dentalunternehmen erhielt ich in den Wochen vor dem Abflug verschiedenste zahnärztliche Materialien und Instrumente, die man für den Einsatz in Peru entsprechend verwenden konnte.

 

Nachdem wir in Cusco (eine Stadt in den peruanischen Anden, die einst die Hauptstadt des Inkareichs war) landeten, fuhr ich in den ca. 1,5 Stunden entfernten Ort Urubamba, der für die nächsten drei Wochen mein Zuhause sein sollte. Mit drei anderen Zahnärzten wohnte ich in einer Wohngemeinschaft. Die Unterkunft befand sich im Obergeschoss des Hauses einer peruanischen Lehrerin, die sich um sämtliche Dinge kümmerte. Ebenso wie eine peruanische Zahnärztin, die vom Verein angestellt ist und einen großen Teil der außerplanmäßigen Kampagnen organisiert und tatkräftig zur Seite steht, wenn es Kommunikationsschwierigkeiten gibt. Zusätzlich wird man meist von Jugendlichen aus Deutschland, die ihren Freiwilligendienst absolvieren,  begleitet. Sie sprechen ebenfalls sehr gut Spanisch.

 

Von Montag bis Freitag behandelten wir jeden Vormittag  Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren des “Collegio Ccotohuincho“, einer Schule in Urubamba. Dort konnten wir mit Hilfe einer alten Bundeswehreinheit und Spendengütern aus Deutschland Prophylaxebehandlungen, Füllungen und Extraktionen vornehmen. Für die Behandlung mussten die Kinder eine von ihren Eltern unterschriebene “Autorization“ mitbringen. Es wurden systematisch Befunde von allen Klassenstufen erstellt und prolongierend die dringlichsten Fälle zu erst versorgt.  

 

An zwei Nachmittagen pro Woche fuhren wir nach Munaychay in ein Kinderdorf des Vereins “Corazones para Perú“. Dort stand hauptsächlich die Prophylaxe im Vordergrund. Wir brachten den Kindern bei, wie sie eine ordentliche Mundhygiene mit den vorhandenen Mitteln ausüben können.  Ein weiteres Projekt des Vereins befindet sich in Chicon. Hier gibt es eine kleine Gesundheitsstation, die jedoch bis auf den Zahnarztstuhl den Betrieb weitgehend eingestellt hat.

 

Dienstags und donnerstags startete bereits früh ein Pickup in Richtung Huilloc, ein Bergdorf auf ca. 3500 Meter - der “höchste“ Behandlungsort in der Umgebung von Urubamba. Hier konnten wir dank eines Röntgengerätes Wurzelkanalbehandlungen durchführen.

 

Der Verein veranstaltet gelegentlich auch außerplanmäßige Aktionen.  Nach einer zweistündigen Fahrt in einem kleinen Ort, in dem das peruanische Militär Versorgungszelte auf dem zentralen Platz des Ortes aufgebaut hatte, durften wir eines dieser Zelte als “Odontologia“ beziehen. Da wir eine große Zahl an Patienten zu behandeln hatten und ein Behandlungsstuhl nicht ausreichte, mussten wir auf einfachen Gartenstühlen Zähne extrahieren oder prophylaktisch tätig werden.

Problematisch war allerdings, dass der Strom nur für eine begrenzte Zeit funktionierte und häufig nicht die passenden Instrumente vorrätig oder noch nicht wieder aufbereitet waren.  Das Behandlungsspektrum beschränkte sich somit meist auf Prophylaxe, Füllungstherapie und Extraktionen.

 

Die Mehrheit der Kinder weist einen desolaten Zustand des Milchgebisses bzw. der ersten bleibenden Zähne, teils bereits mit Fistelbildung, auf. Die Ursache dafür ist einerseits die ständige Verfügbarkeit von Zucker in Form von Süßigkeiten und Getränken und andererseits die Tatsache, dass Eltern den Kindern das Zähneputzen nicht beibringen können bzw. wollen. Verglichen mit Europa tritt Early Childhood Caries unverhältnismäßig häufig und stärker ausgeprägt auf. Anders ist es bei älteren Einwohnern, vor allem der entlegenen Bergdörfer.  Vermutlich liegt es daran, dass sie erst sehr spät mit zuckerhaltiger Ernährung in Kontakt kamen.

 

An den Wochenenden hatten wir dann Zeit für zahlreiche Ausflüge in die Umgebung. Wir besuchten unter anderem Puno am Titicacasee, die Uro Inseln, die bolivianische Küstenstadt Copacabana, den Rainbowmountain, die Salzterassen von Maras, die Ruinen von Ollantaytambo, die Altstadt von Cuzco, Kirchen, Tempel, Plätze und Museen, Arequipa und natürlich Machu Picchu.

 

 

Die Herzlichkeit und Dankbarkeit mit der ich in Peru überall empfangen wurde spiegelt die Mentalität der Menschen dort wieder. Es war mir eine Ehre einen Einblick in ihre Kultur und ihren Alltag zu bekommen, denn in den Dörfern in den Anden, in die sich sonst nie ein Tourist verirrt, lernt man Peru erst richtig kennen.

 

Ich danke VOCO GmbH für die großzügige Unterstützung!“

Zahnärztin im Einsatz zwischen Kilimanjaro und Mount Meru
VOCO Dental Aid
Zahnärztin Dr. Benita Kunze bei ihren Kontrolluntersuchungen in einer Grundschul Zahnärztin Dr. Benita Kunze behandelte die Kinder gemeinsam mit der tansanischen Dr. Benita Kunze behandelt Kinder in Tansania. Foto: Kunze Dr. Benita Kunze behandelt Kinder in Tansania. Foto: Kunze Dr. Benita Kunze behandelt Kinder in Tansania. Foto: Kunze

Tansania, das Land mit der sechsgrößten Einwohnerzahl Afrikas, ist bei Touristen besonders wegen der im Norden gelegenen Safari beliebt. Auch Geologen lassen sich durch die Berge wie den Kilimanjaro jährlich dorthin locken. Doch weder um zu forschen, noch um das Land als Touristin zu erkunden trat Dr. Benita Kunze ihre zweiwöchige Reise nach Tansania an. Die Zahnärztin, die im Kreis Leipzig eine eigene Praxis führt, unterstützte eine tansanische Zahnstation, die neben einer Krankenstation und vielen weiteren Einrichtungen,  durch das Hilfsprojekt „Africa Amini Alama“ in Momella (ein Ort am Fuße des Vulkans Mount Meru), aufgebaut wurde.

 

Kein Vergleich zur europäischen Ausbildung

 

In dieser und anderen Randregionen Tansanias leben die Menschen praktisch ohne zahnmedizinische Versorgung.  Das heißt, die behandlungsbedürftigen Patienten bekommen niemals einen Zahnarzt zu Gesicht und müssen mit Schmerzen und den sich daraus ergebenden Folgen für ihre Gesundheit leben. Um das zu verhindern, werden seit Dezember 2016 Patienten  in der Zahnstation in Momella von Diana behandelt. „Sie ist eine sehr junge afrikanischen Zahnärztin“, sagt Dr. Benita Kunze und erklärt weiter, warum sie zur Unterstützung zu ihr flog:  „Dianas Ausbildung ist nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Deshalb klärte ich sie über die Dentalartikel, die ich mitgebracht hatte, auf und demonstrierte deren Anwendung.“ Im Gepäck hatte sie vor allem Füllungsmaterialien. Das exakte Legen von Füllungen übten die beiden Zahnärztinnen gemeinsam, so dass Diana ihrer Bevölkerung auch zukünftig noch besser helfen kann.

 

Zähne brechen wie Glas

 

Die Bevölkerung in Tansania ist sehr arm. Zahnärztliche Behandlungen sind zu teuer, Zahnersatz wird gar nicht erst hergestellt. Es werden ausschließlich Schmerzbehandlungen durchgeführt. In Momella ist die Behandlung durch Diana - dank des Hilfsprojektes - kostenlos.

Die meisten Menschen, die in der Region rund um den Vulkan Mount Meru leben, leiden unter einer starken Dentalfluorose. Sie schöpfen ihr Trinkwasser aus einer nahe gelegenen Quelle, welches wiederum viel Fluorid enthält. Verursacht wird das durch den angrenzenden, ruhenden Vulkan.  Die große Menge des Fluorids ist verantwortlich dafür, dass Zähne sich braun verfärben und Schmelzwände abbrechen. Das Dentin wird sichtbar und färbt sich ebenfalls braun. „Allerdings sind die Kieferknochen sind sehr hart, was sich besonders bei der Extraktion bemerkbar macht. Die Zähne hingegen brechen wie Glas und bewegen sich keinen Millimeter im Knochen. Gemeinsam mit Diana extrahierten wir sehr viele Zähne, denn auch Wurzelbehandlungen sind nicht möglich“, so die deutsche Zahnärztin.

 

Viel Dankbarkeit erfahren

 

Auch im sehr abgelegenen Massai-Gebiet Madebe behandelte Dr. Benita Kunze viele Kinder, die hier in die englischsprachige Grundschule „Simba-Vision“ gehen. „Wir untersuchten die Kinder und behandelten ihre Zähne. Dabei erlebte ich große Dankbarkeit - von den Kindern und auch von den Erwachsenen. Es waren zwei sehr erlebnisreiche Arbeitswochen. Junge Mädchen, die schon viel Leid erfahren mussten, fassten Vertrauen und ließen sich behandeln. Kleine Kinder nahmen mich an die Hand und dankten mir einfach.“

Im Vordergrund stehe nun die Zahnerhaltung mit regelmäßigen Kontrollen, der richtigen Aufklärung und regelmäßigem Putztraining. Da es an den einfachsten Dingen  fehlt, ist jede Spende willkommen. „Deshalb möchte ich mich bei VOCO, auch im Namen der Hilfsorganisation, bedanken. Im nächsten Jahr möchte Dr. Benita Kunze wieder nach Tansania reisen. „Mein Ziel ist es, die Kinder der Massai-Schule und Simba-Vision mit Zahnbürsten zu versorgen, aufzuklären und zu untersuchen.“