VOCO Dental Aid

VOCO unterstützt im Rahmen seiner Initiative „VOCO Dental Aid“ diverse zahnärztliche Hilfsprojekte. In diesen engagieren sich ehrenamtliche Helfer an verschiedensten Orten der Welt und leisten dort in oft mehrwöchigen freiwilligen Einsätzen einen wertvollen Beitrag zur zahnmedizinischen Grundversorgung. Dies gilt vor allem denjenigen Menschen, die nur selten oder keinen Zugang zu den Leistungen des jeweiligen Gesundheitssystems haben. Häufig leben diese Menschen auch noch in entlegenen und unwegsamen Regionen, die von den Helfern nur unter Strapazen zu erreichen sind. Vor Ort sehen sie sich dann mit weiteren Herausforderungen konfrontiert. Gerade unter erschwerten Behandlungsbedingungen kommt es aber auch auf die Qualität und Anwenderfreundlichkeit der eingesetzten Dentalmaterialien an. VOCO  würdigt ausdrücklich das humanitäre Engagement von zahnmedizinisch Tätigen und stellt ihnen bewährte Produkte seines Sortiments kostenlos zur Verfügung. Mit diesen werden Prophylaxe-Maßnahmen und Zahnsanierungen erfolgreich durchgeführt und gegebenenfalls Zahnstationen für künftige Behandlungen ausgestattet. Erfahren Sie hier mehr von einigen Hilfsprojekten, die wir im Rahmen unserer Initiative „VOCO Dental Aid“ bereits unterstützt haben.

„Dentists for Africa“ – unterwegs in Kenia
VOCO Dental Aid
Anna Hübben und Kyra Kalbhen behandeln in der Dentalclinic. Gruppenbild mit den Schwestern der Dentalclinic. Anna Hübben (l.) extrahiert einen Zahn. Kyra Kalbhen assistiert ihr. Eines der beiden gut ausgestatteten Behandlungszimmer in der Dentalclinic.  In der mobilen Klinik in Marani wurden die Patienten auf Gartenstühlen behandelt Schulbesuch in der Nyaura Primary School.

„Schon lange war uns klar, dass wir nach dem Examen nicht sofort ins Berufsleben starten wollten. Wir wollten viel lieber in einer Famulatur Arbeit und Urlaub verbinden, unsere Fähigkeiten erweitern und dabei gleichzeitig die Menschen vor Ort unterstützen. Noch während unseres Staatsexamens begann die Planung unseres Aufenthalts. Nach langem Überlegen entschieden wir uns für die Organisation „Dentists for Africa“ in Kenia. Von ihr erhielten wir einen ausführlichen Leitfaden und die Kontaktdaten der vor Ort behandelnden kenianischen Zahnärztin Sister Fabian.

 

Als es soweit war, starteten wir mit viel Gepäck Richtung Frankfurt. Jedes Gramm unserer 4x 23kg Gepäck und 2x 12kg Handgepäck waren ausgereizt - vor allem mit Materialspenden. Gerne hätten wir die gesamten Spenden transportiert, aber die Fluggesellschaft genehmigte uns leider kein weiteres freies Gepäckstück. Die zurückgebliebenen Spenden werden mit weiteren Materialien und Geräten von Dentists for Africa nach Kenia gebracht.

Von Frankfurt aus flogen wir nach Amsterdam, weiter nach Nairobi und letztendlich nach Kisumu. Dort empfingen uns Sister Lawrencia und Fahrer Vincent. Nach einer langen Autofahrt erreichten wir unseren Zielort Kisii und das Christamarianne Mission Hospital. Das angrenzende Gästehaus sollte für uns und zwei weitere Humanmediziner die nächsten zwei Wochen unser Zuhause sein.

 

Sister Lawrencia war unsere Ansprechpartnerin und wir konnten uns jederzeit an sie wenden. Sie organisiert das zentrale Materiallager von Dentists for Africa in Kenia und ist außerdem zuständig für die Digitalisierung der Krankenhausakten von HIV-Patienten. Dank des Leitfadens waren wir über die hohe Zahl der HIV-infizierten Patienten informiert und statteten uns mit Doppelhandschuhsystemen, Schutzvisieren und Mundschutz aus. Für den Notfall verfügt das Krankenhaus über die HIV-Postexpositionsprophylaxe.

 

Unser Arbeitstag startete um 9 Uhr, gegen 13 Uhr gab es eine Mittagspause und gegen 16 Uhr schloss die Dentalclinic. Behandelt haben wir in zwei Räumen mit je einem Zahnarztstuhl und einer guten Ausstattung. Mit der Unterstützung von  Davine - einer Zahnarzthelferin in Ausbildung, Sister Fabian, Jeal und Tony - zwei Dental Health Workern im Praktikum, Sharon und Dickson - zwei Zahntechnikern, sowie Medizintechniker Felix, konnten wir jegliche Behandlungen durchführen.

Es gab außerdem ein kleines zahntechnisches Labor, in dem Prothesen hergestellt werden konnten. Die häufigsten Behandlungen waren Extraktionen und Füllungen. Wir konnten aber auch Zahnreinigungen mit einem Ultraschallscaler und - dank eines Röntgengerätes - Wurzelkanalbehandlungen durchführen. Erschwert wurden die Behandlungen durch den hin und wieder ausfallenden Strom.

Dentists of Africa besucht auch immer wieder Schulen. Bei einem dieser Schuleinsätze durften wir dabei sein. In der Nyaura Primary School klärten wir rund 300 Schüler über Zahngesundheit auf und untersuchten sie. Bei Bedarf behandelten wir einige von ihnen anschließend im Krankenhaus. In der Regel fanden wir pro Kind maximal 1-2 behandlungsbedürftige Zähne – wir hatten einen schlimmeren Zustand erwartet. Viele Kinder berichteten, dass sie keine Zahnbürste besitzen, sodass Sister Fabian einen weiteren Besuch plante, um die Kinder mit Zahnbürsten mit Zahnpasta zu vrsorgen. Dieses Erlebnis war absolut einzigartig und die Freude und Dankbarkeit der Kinder war sehr ergreifend.

 

Insgesamt unterschied sich das Patientenklientel deutlich von uns bekannten deutschen Patienten. Terminvergaben mit Uhrzeiten sind wenig sinnvoll, lediglich das Datum wird eingehalten. Dafür sind die Patienten sehr geduldig und erwarten nicht sofort dran zu kommen. Uns ist immer wieder aufgefallen, dass die wenigsten Kenianer wissen, dass man mindestens zwei Mal am Tag für 3 Minuten die Zähne putzen sollte.

Wir hatten die Möglichkeit eine weitere Zahnstation in Asumbi kennenzulernen, wo sich auch das Mutterhaus der Franziskaner Schwestern befindet. Einen Tag lang behandelten wird dort vor allem Mädchen aus der angrenzenden High School.

Bei einem weiteren mobilen Einsatz im Krankenhaus in Marani saßen die Patienten auf Plastikstühlen in einem Zelt und bekamen reihenweise Zähne extrahiert. Hauptsächlich bei Erwachsenen, die sich eine Behandlung nicht leisten bzw. die nächste Zahnstation nicht erreichen können.

 

Außerdem durften wir Dr. Schinkel, den Gründer von Dentists for Africa kennenlernen. Er reiste unter anderem für ein Wochenendseminar an, in dem es darum ging die Situation vor Ort zu optimieren und die Ziele der Organisation mit der Realität besser vereinbaren zu können. Hier erhielten wir Einblicke in die Erfahrungen, Wünsche und Schwierigkeiten der Studenten.

In unserer Freizeit erkundeten wir die Anlage des Krankenhauses mit all seinen Tieren und Gemüsebeeten. Wir besuchten die Patientenküche und -bäckerei und ließen uns die Zubereitung kenianischer Spezialitäten zeigen. Wir kamen auch auf das Angebot von Sister Lawrencia zurück, die uns einen Ausflug in den Kakamega Regenwald organisierte. Der Regenwald und das Rondo Retreat Center sind wirklich ein lohnenswertes Ziel. Die Anlage ist wunderschön mitten im Regenwald gelegen und sehr erholsam.

In unserer 9-Tage Safari besuchten wir den Masai Mara Nationalpark, den Lake Naivasha Nationalpark, den Ambosli Nationalpark und den Tsvao-West Nationalpark. Die Reise endete in Mombasa am Strand.

 

Wir hatten eine wirklich unvergesslich schöne Zeit in Kenia. Die Kenianer sind immer offen und herzlich zu uns gewesen. Besonders die Sisters nahmen uns liebevoll in ihren Kreis auf und kümmerten sich sehr rührend um uns. Der Aufenthalt war eine besondere Bereicherung sowohl in persönlicher, als auch in beruflicher Hinsicht.

 

Insgesamt haben wir 82 Firmen kontaktiert, wovon uns 24 eine Spende zusagten. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen unseren Sponsoren für die großzügige Unterstützung, die nicht nur uns, sondern auch die Kenianer vor Ort sehr glücklich gemacht hat (in alphabetischer Reihenfolge):

3M Deutschland GmbH, Bausch GmbH, Busch & Co. GmbH, Clinic & Job Dress GmbH, Colente Group, Dentsply Detrey GmbH, Anton Gerl GmbH, Golf Toys GmbH, E. Hahnenkratt GmbH, Kulzer GmbH, Horico Dental Hopf, Ringlab & Co. GmbH, Hu-Friedy Mfg. Co., Ivoclar Vivadent GmbH, Karl Hammacher GmbH, Komet Dental/Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG, Kuraray Europe GmbH, M+W Dental GmbH, MaiMed GmbH, MPS Dental GmbH, Nordiska GmbH & Co.KG, Polydentia SA, Romesco Handelsges.m.b.H, VOCO GmbH.“

Zahnärzte in Äthiopien: Arbeiten in einem der ärmsten Länder der Welt
VOCO Dental Aid
Erwachsene werden in der Klinik behandelt. Im Wartebereich werden Patienten von einer Mitarbeiterin des örtlichen Gesundhei Die Zahnärzte besuchen auch die Kinder in den Schulen und putzen mit ihnen die Z Die Zahnärzte besuchen auch die Kinder in den Schulen und putzen mit ihnen die Z Ein Zweig als Alternative zur Zahnbürste.

Äthiopien, eines der ärmsten Länder der Welt, besitzt kaum eine zahnärztliche Versorgung. Außerhalb der Hauptstadt

arbeiten gerade mal 50 ausgebildete Zahnärzte für eine Bevölkerung von 63 Millionen Menschen. Einer, der hier helfen will, ist der niederländische Zahnarzt Frank Paternotte. Er machte sich Anfang dieses Jahres auf den Weg in das im Nordosten Afrikas gelegenen Landes. Das Ziel seiner Reise: vier Wochen lang Menschen aus dem kleinen Städtchen Dembi Dolo im Südwesten Äthopiens zahnärztlich zu behandeln. Er unterstützt gemeinsam mit anderen Kollegen ein zahnärztliches Projekt, das Rotary Doctors Nederland ins Leben  gerufen hat. 

 

Ein Erfahrungsbericht von Frank Paternotte:

„Ich und ein Kollege sind zu Gast bei der katholischen Mission vor Ort und dürfen im Kloster der Gesellschaft der Helferinnen Mariens (Society of the Helpers of Mary) übernachten. Die Mitarbeiter unterstützen uns bei der Arbeit in der Klinik. Dort behandeln wir Menschen mit Schmerzen und geschulte Teammitglieder entfernen Zahnstein. Wenn es notwendig ist, füllen wir bei Kindern die Löcher in den Zähnen. Bei Erwachsenen übernimmt dies der Zahnarzt des lokalen Krankenhauses. Unsere wichtigste Aufgabe ist hier aber die Prävention. Wir erklären den Patienten, wie man seine Zähne gesund hält. Deshalb erzählt zu Beginn eines jeden Arbeitstages ein Mitarbeiter des Gesundheitszentrums im vollen Wartezimmer etwas zum Thema Zahnheilkunde.

In den abgeschiedenen Regionen im Landesinneren bieten sie zu verschiedensten Themen Beratungen an. Wir stehen ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Neben der Behandlung in der Klinik besuchen wir allerdings auch Schulen, an denen wir Lehrer und Schüler aufklären.

 

Mit einem Zweig die Zähne putzen

 

Ein typischer Arbeitstag sieht hier folgendermaßen aus: Nach der Begrüßung des Teams bereiten wir den großen Behandlungsraum vor. Dabei ist es immer wieder spannend, ob wir Strom haben. Den Generator stellen wir vorsichtshalber immer bereit. Mit einem Krankenpfleger und unserem Dolmetscher besuchen wir die Grundschule. Hier waschen wir gemeinsam mit der Grundschullehrerin und ihren Schülern zuerst die Hände, bevor es dann ans Zähneputzen geht. Das Besondere hierbei ist, dass die Zähne mit einem Zweig und fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Denn richtige Zahnbürsten sind kaum erhältlich. Zudem sind sie zu groß für die Kinder und zu teuer. Die Universität von Addis Abeba zeigt Interesse an diesem Projekt und plant, die Wirkung des Putzens mit einem Zweig anstelle einer Zahnbürste zu untersuchen.

 

Da es in der Schule kein Wasser gibt, haben wir eine 200-l-Tonne angeschlossen, an der sich die Kinder nun an sechs Wasserhähnen vor dem Zähne putzen die Hände mit Seife waschen können. Gefüllt wird die Tonne von den Kindern die auf der anderen Seite des Flusses wohnen. Sie bringen  jeden Tag einen kleinen Kanister mit drei Litern Wasser mit.

Zurück in der Klinik wartet bereits eine große Schar Menschen mit Schmerzen auf uns. Die Behandlung an sich ist genauso, wie man sie von Zuhause kennt. Wir müssen uns jedoch auf lange Gespräche einstellen, wenn wir dem Patienten empfehlen, auch andere kranke Zähne zu ziehen als nur den, der dem Patienten im Augenblick Schmerzen bereitet. Mit Hilfe eines  Handspiegels zeigen wir dem Patienten dann die Fistel und den faulen Zahn. Auf einer großen Tafel erklären wir dann, wie es überhaupt zu einem „entzündeten“ Zahn kommen kann.

Wir versichern den Patienten, dass nur der eine zu behandelnde Zahn bezahlt werden muss. Die meisten gehen dann mit einer Betäubung und Bedenkzeit ins Wartezimmer. Während der Behandlung halten einige Patienten meine Hand fest, um sicherzugehen, dass ich auch den richtigen Zahn ziehe. Abschließend erhalten sie den Ratschlag, für die Weiterbehandlung noch einmal wiederzukommen und erhalten Hinweise zum Putzen. Außerdem werden sie über die Auswirkungen von süßem Essen und Trinken aufgeklärt.

Wenn wir  weinende Kinder mit Angst vor der Betäubung behandeln, versuchen einige Leute sie mit gut gemeinten Äußerungen zu beruhigen. Oft hört man jemanden „ma kuba“ sagen, was „es tut nicht weh“ bedeutet. Dann muss ich die Behandlung unterbrechen und erklären, dass man eine Betäubung sehr wohl spürt.

 

Katastrophale Gebisse durch Zucker und Alkohol

 

Weitere Patienten, die wir behandelt haben, waren beispielsweise ein Mädchen mit Warzen um den Mund, die mit Nagellack betupft waren, eine Mutter, die sich mit ihrem zauberhaften Baby an der Brust die Zähne kontrollieren ließ oder ein 12-jähriger Junge, der sich, um dazuzugehören, die Abbildung eines Dolchs auf den Arm hat brennen lassen.

Wir behandelten diverse Menschen mit katastrophalen Gebissen, angegriffen und abgenutzt durch den regelmäßigen Konsum von Khat (Blätter der Khatpflanze, die zerkaut belebend wirken und das Hungergefühl betäuben) in Verbindung mit Zucker und lokal gebranntem Alkohol. Viele Patienten kamen mit einem enormen Zahnverschleiß zu uns. Die Ursache: Sie kauen den ganzen Tag Getreidekörner, zwischen denen noch Sand sitzt.

 

Unsere größte Herausforderung ist, das Projekt zusammen mit den Beteiligten vor Ort so zu gestalten, dass es nach drei bis fünf Jahren selbstständig fortgeführt werden kann. Unterstützt werden wir dabei von zwei Pflegern, die eine dreijährige Ausbildung zum „Dental Therapist“ an der Universität Addis Abeba absolviert haben. Sie erlernen einfache zahnmedizinische Behandlungen wie Betäubungen setzen, Zähne ziehen, kleinere Füllungen legen und Aufklärung leisten.

Die nationalen und lokalen Behörden beziehen wir von Anfang an in das Projekt mit ein. Dadurch erhoffen wir uns, dass die Behörden in Zukunft eine aktive Rolle im Projekt übernehmen.

 

Zusammenfassend muss ich sagen: Es waren wirklich intensive Wochen. Auch dieses Mal war ich wieder sehr beeindruckt vom Optimismus, dem Durchsetzungsvermögen und dem Erfindungsreichtum der Mitarbeiter vor Ort.“

Zahnärztlicher Hilfseinsatz in Bolivien
VOCO Dental Aid
Erst wurde die Zahnputztechnik am Modell geübt, dann an den eigenen Zähnen. Dr. Annette Schoof-Hosemann in Santa Cruz, Bolivien. Zahnmedizinstudent Tobias Kleinert fluoridierte die Zähne der kleinen Patienten Das zahnärztliche Hilfsteam: Dr. Annette Schoof-Hosemann, Tobias Kleinert, Alexa

Im August 2017 startete die Zahnärztin Dr. Annette Schoof-Hosemann bereits zum achten Mal zu ihrem inzwischen routinemäßigem zahnmedizinischen Einsatz nach Bolivien.
Begleitet wurde sie dieses Mal von den drei Studenten Tobias Kleinert, Alexandra Krumb und Stephanie Kokoschka, alle drei Zahnmediziner der Universität Gießen.
Gemeinsam reiste das Team zum ersten Mal in die Millionenmetropole Santa Cruz de la Sierra. Dort befand sich ihr Arbeitsplatz für die kommenden Wochen. Ein winziger, fensterlose Raum mit einer nicht mehr funktionierenden, alten, zahnmedizinischen Einheit in einem Kinderzentrum, im ärmsten Stadtviertel von Santa Cruz: Los Lotes. Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins Dentists-and-Friends wurde der Raum kurz zuvor frisch renoviert und die Einheit aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. Sie entsprach zwar nicht ganz den gewohnten deutschen Standards, aber ein Arbeiten war mit etwas Improvisationstalent schon ganz gut möglich.

 

In Los Lotes wurde kräftig Reklame gemacht, sodass die Patienten schon Schlange standen, als das Zahnärzte-Team das erste Mal zur Gratis-Behandlung eintraf. Die drei Studenten waren schockiert über die desolaten Gebisszustände der Patienten, für Dr. Annette Schoof-Hosemann war es - nach ihrem achten Aufenthalt in Bolivien – ein fast schon gewohnter Anblick. Sie kündigte schon mal an, dass noch viel, viel schlimmere Zahnruinen vorfinden würden. Denn nicht überall lassen sich Zahnbürste kaufen.

 

Eine Woche arbeitete das vierköpfige Team in Santa Cruz im Akkord: Bei 88 Patienten wurden 35 Zähne gezogen und 75 Füllungen gelegt. Nach diesem schweißtreibenden, aber erfolgreichem Einsatz in Santa Cruz, ging es dann hoch hinauf ins Altiplano, in fast 4000m Höhe.

In La Paz, auf der Durchreise zum Titicacasee, kauften die Reisenden für die Praxis in Challa fehlende zahnmedizinische Gebrauchsgegenstände, wie zum Beispiel Handschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel und Antibiotika. Natürlich durfte der Einkauf von Zahnputzutensilien für die Mundhygiene-Instruktionen in den Schulen nicht  fehlen. Insgesamt landeten 500 Zahnbürsten und Zahnpasten in der Reisetasche. Nach dem Einkauf ging es dann etwa 140 km zum Titicacasee und anschließend weiter mit dem Fährboot hinüber zur winzigen Gemeinde Challa. Während in Santa Cruz bei tropischer Hitze heftige, laute Betriebsamkeit einer typischen Millionen- Metropole vorherrscht, kann man sich auf der Insel von dem Anblick der spektakulären Naturschönheiten kaum lösen.

 

In Challa hat das Ärzte-Team in zwei der drei Schulen, und im noch höher gelegenen Yumani, die mehr als 500 Schüler über die notwendige tägliche Mundhygiene unterrichtet. Dabei haben sie versucht die Ursachen der Entstehung einer Karies zu erklären, Zahnbürsten verteilt, gemeinsam Zähne geputzt und anschließend mit Voco Fluoridin N5 fluoriert.

 

Da Dr. Annette Schoof-Hosemann seit 2013 diese Schulen regelmäßig aufsucht, genossen die Schüler nun schon zum fünften Mal die Präventionsmaßnahmen. Die Wiedersehensfreude mit der „Doctora“ ist immer riesig und die Zahnputzmaterialien werden ihnen aus den Händen gerissen. Leider befinden sich die Zähne nach wie vor in einem schlechten Zustand. Es gibt kaum ein kreisfreies Gebiss, dagegen aber viele Kinder und Jugendliche, die keinen einzigen gesunden Zahn vorweisen können. Für die mitgereisten Studenten ist dieser Anblick ein regelrechter Schock. Dass desolate, total zerstörte Gebisse hier eher der Normalzustand bei den Jugendlichen ist, ist für sie eine erschreckende und sehr prägende Erkenntnis.

Doch man sieht auch kleine Fortschritte, die sich vor allem im Interesse, sich die Zähne untersuchen und reinigen zu lassen, zeigten. So wurde das Team von den Schulkindern regelrecht überrannt. Damit sie aber zu den dringend notwendigen Behandlungen – den Extraktionen - Zugang fanden, haben sich die Behandler etwas ausgedacht. Es gab ein Geschenk aus der Belohnungsbox. Die Aussicht auf ein Geschenk aus dieser Box führte zum Massenandrang bei den Kindern.

So konnte das Team am Ende des Einsatzes stolz verzeichnen, dass sie 88 Patienten mit Füllungen und Extraktionen erfolgreich versorgt und nicht nur die gewünschten Reinigungen vorgenommen hatten.

Liebevoll wird Dr. Annette Schoof-Hosemann auf der Insel: la Doctorita (= Dökterchen) genannt. Bei all der mühsamen Arbeit ist der große der Dank der Patienten für sie ein unbeschreibliches Geschenk und Lohn für alle widrigen Umstände.

 

VOCO unterstützte diesen Hilfseinsatz mit der Spende diverser Dentalmaterialien, wie etwa den Füllungsmaterialien Grandio und Grandio Flow, dem Adhäsiv Futurabond DC und dem Calciumhydroxid-Präparat Calcicur. Interessant ist, dass in Bolivien die gängigste Zahnfarbe A2 ist.

Zahnärztin reist für Hilfseinsatz nach Peru
VOCO Dental Aid
Zahnärztin reist für Hilfseinsatz nach Peru Nach anfänglicher Angst vertrauen die peruanischen Kindern Dr. Renata Messner. „Auch eine Umarmung wirkt manchmal Wunder“, sagt Zahnärtin Dr. Renata Messner. Prophylaxe ist wichtig. Deshalb lernten die Kinder, wie sie ihre Zähne putzen mü

Es ist schon fast 30 Jahre her, da reiste die damals 24-jährige Studentin Renata Messner für ihre Famulatur auf die Fidschi Inseln. Es war ihr erster Einsatz, um in einem so weit entfernten Land Bedürftigen zu helfen. „Damals habe ich in drei Monaten knapp 300 Zähne extrahiert und viele Erfahrungen gesammelt“, erinnert sich die Zahnärztin, die heute eine Praxis in der nordrhein-westfälischen Stadt Mühlheim an der Ruhr betreibt.

Jetzt flog Dr. Renata Messa für den Verein „Zahnärzte helfen“ wieder mehr als Zehntausend Kilometer, um diesmal in Südamerika, genauer in Peru, für drei Wochen freiwillig ihre zahnärztliche Hilfe anzubieten. „Nach 25 Jahren Berufs- und Lebenserfahrung dachte ich an mein früheres Ziel, anderen Menschen etwas davon zu geben. Ich wollte aber auch von ihnen was mit nach Europa zurücknehmen“, erklärt die Zahnärztin ihre Intention. Auf ihre Reise nach Südamerika begleiteten sie ihr Lebensgefährte und ihr 14-jähriger Sohn.

 

Sprachbarrieren überwinden

Zuerst ging es für die Familie nach Urubamba, ein Ort, der von Touristen meist nur auf dem Weg zu den Ruinen Machu Picchu durchreist wird. In Urubamba übernahm dann der Partner-Verein „Corazones para Peru – Herzen für eine neue Welt“ die weitere Organisation des Hilfseinsatzes. Für Dr. Messner standen zwei Einsatzorte auf dem Programm: zum einen ein Kinderdorf in Munaycha, zum anderen im Ort Hoilloc. Hierher reisten auch die Menschen aus den angrenzenden Bergdörfern an. Um sich mit ihnen verständigen zu können, benötigte die Zahnärztin allerdings Hilfe. Denn die Bewohner aus den abgelegenen Regionen sprechen Quechua. „Ich konnte mich mit ihnen leider nicht direkt unterhalten, die peruanische Zahnärztin Brikz, die für die Hilfsorganisation an Ort und Stelle arbeitet, hat freundlicherweise alles übersetzt. Sie wurde in Peru ausgebildet und kann trotz ihres jungen Alters und wenig  Berufserfahrungen perfekt Zähne extrahieren“, erklärt Renata Messner.

 

Zum Zahnarzt, wenn es fast zu spät ist

Und das war auch notwendig, denn Vorsorgeuntersuchungen kennen die Einheimischen dort nicht. „Die meisten von ihnen gehen erst dann zum Zahnarzt, wenn eine Extraktion ansteht und alles andere nicht mehr machbar ist“, so die Zahnärztin. Für die zahnärztliche Behandlung und Versorgung ohne Extraktion erhielt Renata Messner Spenden von Dentalmaterial-Herstellern: „Dafür bin ich sehr dankbar. Die Kinder werden von der Organisation zwar bestens versorgt, dennoch litten viele von ihnen unter Zahnfleischentzündungen. Bei ihnen war meine Hauptaufgabe Zahnstein zu entfernen.“ Außerdem habe sie versucht, gerade bei den älteren Kindern, die Aufmerksamkeit auf ihre Ernährungsgewohnheiten zu lenken und bat sie, öfter Obst und Gemüse zu essen.

 

Erfahrungen fürs Leben

Bei den kleineren Patienten hingegen, gestaltete sich die zahnärztliche Behandlung meist etwas schwieriger. „Sie freuen sich weniger auf die gute zahnärztliche Behandlung, die sie in dem Kinderdorf genießen, sondern auf die Aufmerksamkeit und Zeit, die man mit ihnen verbringt. Auch eine Umarmung wirkt manchmal Wunder. Die Kinder waren so unglaublich dankbar und haben meine Nähe gesucht. Das werde ich nie vergessen“, sagt die Zahnärztin rückblickend und erklärt weiter: „Meine Familie und ich haben die Zeit in Peru sehr genossen und uns immer wieder darüber gewundert, wieviel man anderen in so kurzer Zeit geben kann. Es kommt nicht immer darauf an, was man beruflich macht, denn jeder kann helfen und jeder wird gebraucht.“ Sobald es geht, möchte sie wieder einen Freiwilligendienst in Südamerika leisten.

Kinder im „größten Kampf ihres Lebens“ unterstützen
VOCO Dental Aid
(Neu) In der Klinik bietet er eine kostenfreie Behandlung an für Kinder, die an Krebs Für die Therapie setzt Dr. Skrinjaric ausschließlich hochwertige Dentalprodukte Seine Patienten fühlen sich gut aufgehoben. Ein besonderes Highlight ist es für viele Kinder, wenn sie sich für Füllungen bu

Dr. Tomislav Skrinjaric hat seine zahnmedizinische Laufbahn an der kroatischen Universitätsklinik Zagreb begonnen. Mittlerweile ist er dort Assistenzprofessor in der Abteilung für Kinderzahnheilkunde und präventive Zahnheilkunde. Vor zwei Jahren fasste er den Entschluss, einen Teil seiner Zeit der Behandlung an Krebs erkrankter Kinder zu widmen. Wie es dazu kam und welche Bedeutung diese Arbeit für ihn hat, erklärt er im Interview.

 

1. Wie lange praktizieren Sie bereits als Zahnarzt? Können Sie uns kurz etwas über Ihren Werdegang sagen?

Ich habe meinen Abschluss 2006 an der zahnmedizinischen Fakultät der Universität Zagreb, Kroatien, erlangt. Meine berufliche Laufbahn begann ich Ende des Sommers 2007 in der Abteilung für feste Prothesen der zahnmedizinischen Fakultät der Universität Zagreb. Dort verbrachte ich anderthalb Jahre. Im Frühjahr 2009 wechselte ich dann in die Abteilung für Kinderzahnheilkunde und präventive Zahnheilkunde, wo ich mich 2012 auf dieses Gebiet spezialisierte. Meine Doktorarbeit in Zahntraumatologie habe ich 2013 verteidigt. Im Mai 2016 wurde ich Assistenzprofessor in der Abteilung für Kinderzahnheilkunde und präventive Zahnheilkunde. Meine Interessengebiete sind die Zahntraumatologie, dentale Sedierung, zahnmedizinische Materialien, orofaziale Genetik, 3-D-Bildgebung und -Diagnose und besonders die zahnärztliche Behandlung pädiatrischer Krebspatienten. Dies sind die wichtigsten Eckdaten meiner Laufbahn.

 

2. Was hat Ihr Interesse an pädiatrischen Krebspatienten geweckt? Was war der Auslöser für Ihre Entscheidung, sich besonders diesen Patienten zu widmen?

Nach meiner ersten Untersuchung eines pädiatrischen Krebspatienten war die Entscheidung gefallen. Ich war mit der Zahnbehandlung des vorherigen Zahnarztes überhaupt nicht zufrieden. Genauer gesagt war ich sehr enttäuscht, was die Qualität der Behandlung anging. Diese Kinder führen doch den schlimmsten Kampf ihres Lebens, genau wie ihre Eltern. Die medizinische Behandlung ist körperlich und seelisch sehr belastend, und die Eltern leiden mit ihren Kindern. Das Mindeste, was ein Zahnarzt für diese Patienten tun kann, ist meiner Meinung nach, eine tadellose Zahnrestauration herzustellen.

Bei vielen der Krebspatienten, die zu mir kamen, war der Zustand der Zähne bei ihrem ersten Besuch schlecht. Viele Eltern kennen sich ganz allgemein nicht gut mit einer zahngesunden Ernährung und der Bedeutung von Mundhygiene aus. Dieser Mangel an Information spiegelt sich in der Mundgesundheit ihrer Kinder wider. Bei Krebspatienten ist die Situation noch viel komplexer, da sie sich wegen des Krankenhausaufenthalts und der medizinischen Behandlung nicht so gut um die Mundhygiene kümmern können, wie sie es gerne tun würden.

Bei pädiatrischen Krebspatienten ist die Mundgesundheit für die Gesamtbehandlung äußerst wichtig. Vor allem deshalb, weil die kleinste bakterielle Infektion ihre Gesundheit während der entscheidenden medizinischen Behandlung, d. h. während der Immunsuppression, der Megatherapie und der Knochenmarktransplantation, beeinträchtigen kann. Daher erfordern die Kariesbehandlung und die endodontische Behandlung eine einwandfreie Zahnpflege.

 

3. Wie viele kranke Kinder haben Sie bisher behandelt?

In den zwei Jahren, seit ich begonnen habe, wurden etwa 40 pädiatrische Krebspatienten von mir behandelt.

 

4. Wie viel Zeit investieren Sie in Ihren zahnärztlichen Hilfseinsatz? Haben Sie einen festen Zeitplan für die zahnmedizinische Behandlung pädiatrischer Krebspatienten?

Die Behandlung pädiatrischer Krebspatienten ist schwierig zu planen. Die zahnärztlichen Termine werden nach Bedarf vereinbart. Manchmal habe ich 4 oder 5 Patienten am Tag, manchmal 3 bis 4 Wochen keinen einzigen Krebspatienten. Die Häufigkeit der Besuche hängt von der Zeit ab, die mir bis zur entscheidenden medizinischen Behandlung bleibt, ob dies eine Knochenmarktransplantation ist oder die Kinder zur Behandlung ins Ausland gehen oder ihr Immunstatus sich drastisch verschlechtert hat.

Wenn ich einen pädiatrischen Krebspatienten habe, der eine umfassende Zahnbehandlung benötigt, aber nur wenige Tage Zeit hat, widme ich mich voll und ganz diesem Patienten. Ich behandle das Kind jeden Tag und verschiebe reguläre Patiententermine ebenso wie meine anderen Verpflichtungen. Wenn es sich um ein sehr kleines oder unkooperatives Kind handelt, das dringend behandelt werden muss, tue ich dies unter Vollnarkose im OP unserer anderen Universitätsklinik. So können wir die gesamte Zahnbehandlung einzeitig durchführen.

 

5. Worauf sollte ein Zahnarzt bei der Behandlung dieser Patienten besonders achten?

Meiner Meinung nach ist die Zahnbehandlung pädiatrischer Krebspatienten das komplexeste und verantwortungsvollste Feld in der Zahnheilkunde. Eine oberflächliche Behandlung kann die Gesundheit dieser kleinen Kinder beeinträchtigen und ihr Leben gefährden. Selbst der Erfolg der medizinischen Gesamtbehandlung ist fragwürdig, und bei einer schlechten Zahnbehandlung sinkt die Überlebenschance weiter. Daher sind außerordentliche Sorgfalt und Schnelligkeit mit dem Ergebnis einer einwandfreien Zahnbehandlung unerlässlich.

Wesentliche Faktoren bei der Behandlung pädiatrischer Krebspatienten sind neben den außergewöhnlich hohen klinischen Anforderungen an die Zahnbehandlung das Verhaltensmanagement und das Einfühlungsvermögen gegenüber diesen schwer kranken Kindern. Die meisten dieser Patienten sind – ebenso wie ihre Eltern – wegen der gesamten Situation ziemlich niedergeschlagen. Ich habe viele sehr unkooperative Patienten gehabt. Manchmal musste ich enorme Anstrengungen und Geduld in das Verhaltensmanagement investieren, um die Patienten zur Kooperation zu bewegen, damit wir überhaupt erst mit der Zahnbehandlung beginnen konnten. Zuweilen kann dies psychologisch sehr schwierig für den Zahnarzt sein, vor allem wegen der Progression der Krebserkrankung bei diesen kleinen Patienten. Einige dieser Patienten, die sich der fortschreitenden Krebserkrankung und des letztlich negativen Ergebnisses voll bewusst waren, trösteten ihre Eltern, die schrecklich darunter litten, die wirkungslose Arzneimitteltherapie und das Versagen der medizinischen Behandlung ihres Kindes mitzuerleben.

Manche Patienten haben neurologische Anfälle aufgrund von Gehirntumoren. Der Zahnarzt muss in dieser bereits schwierigen Situation einen Patienten behandeln, der seinen Kopf unkontrolliert schüttelt. Stellen Sie sich vor, Sie behandeln eine kariöse Läsion direkt über der Pulpa und Sie trennt nur ein Zehntel Millimeter von einer endodontischen Behandlung, von zusätzlichen Komplikationen der Zahnbehandlung oder einer möglichen Zahnextraktion. Man kann sich keine weiteren Komplikationen leisten, weil man nur ein bestimmtes Zeitfenster für die Zahnbehandlung hat. Und man möchte diesen kleinen Patienten nicht durch eine Zahnextraktion noch zusätzlich belasten und sein Aussehen ruinieren.

Zudem haben manche der pädiatrischen Krebspatienten aufgrund ihrer Erkrankung und der medizinischen Gesamtbehandlung mitten in einer zahnmedizinischen Behandlung Gefühlsausbrüche. Daher muss man bei der Zahnrestauration sehr schnell und geschickt sein.

 

6. Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Projekt und welche Erwartungen hegen Sie?

Neben der Erfahrung, die der Zahnarzt mitbringen muss, spielt die Wahl des Dentalmaterials für die gesamte Behandlung der Patienten eine entscheidende Rolle. Auf dem Markt gibt es ein großes Spektrum an Dentalmaterialien. Die meisten sind zuverlässig. Bei Krebspatienten reicht dies jedoch nicht aus. Diese Patienten verdienen nicht nur die bestmöglichen Dentalmaterialien, sondern sie benötigen sie auch. Die zahnärztliche Versorgung pädiatrischer Krebspatienten mit unzuverlässigen Dentalmaterialien wäre zumindest unethisch. Dentalmaterialien für besonders anspruchsvolle Anwendungsfälle und besonders schwierige Zahnbedingungen müssen beste physikalische Eigenschaften besitzen. Ein äußerst wichtiges Merkmal ist dabei die Biokompatibilität.

Die Dentalmaterialien von VOCO haben der Konkurrenz auf dem Weltmarkt etwas voraus, weil sie die absolut besten physikalischen Eigenschaften bieten, d. h. herausragende Qualität und Langlebigkeit der Zahnfüllungen.

Ein sehr wichtiges Merkmal von Dentalmaterialien ist zudem die Biokompatibilität, d. h. die Nichttoxizität. Die Serie Admira Fusion aus ORMOCER-Nanohybrid-Kompositmaterial ist dafür bekannt, keine klassischen Monomere in ihrer Zusammensetzung zu enthalten. Daher geben die Produkte keine toxischen Bestandteile an den Körper der schwer kranken und immunologisch geschwächten Kinder ab.

Ein fantastisches Produkt für das Verhaltensmanagement ist zudem das farbige Compomer Twinky Star. Damit ist es mir bei einigen unkooperativen Patienten ganz leicht gelungen, sie für die Behandlung zu gewinnen. Und das Behandlungsverfahren ist einfach beeindruckend.

In diesem Zusammenhang sind noch weitere VOCO-Dentalmaterialien zu erwähnen, z. B. Profluorid Varnish in wohlschmeckenden Geschmacksrichtungen, die einfach zu applizierenden Liner (Ionoseal, Calcimol LC) und andere mehr.

Diese Palette an Dentalmaterialien gibt mir die Gewissheit, die bestmöglichen am Markt erhältlichen Dentalmaterialien zu verwenden. Daher bin ich überzeugt, dass diese Zahnfüllungen eine tadellose Qualität aufweisen und die kleinen Krebspatienten zumindest zahnmedizinisch bestmöglich und erfolgreich behandelt werden.

Ohne das Projekt „VOCO Dental Aid“ und die umfangreiche und großzügige Spende verschiedener VOCO-Dentalmaterialien zur Behandlung dieser schwer kranken Kinder wäre all dies nicht möglich gewesen. Ich hoffe, dass das Projekt „VOCO Dental Aid“ für die Zahnbehandlung pädiatrischer Krebspatienten fortgesetzt wird und auch weiterhin hochwertige Dentalmaterialien für diese schwer kranken Kinder bereitstellt.

 

7. Welche Bedeutung hat der Hilfseinsatz für Sie?

Beim ersten Besuch waren die meisten der kleinen Krebspatienten aufgrund der allgemeinen Situation, also der Krankheit und der belastenden medizinischen Behandlung, ziemlich niedergeschlagen. Bei einigen unkooperativen Kindern waren die Eltern recht skeptisch, dass wir alle nötigen Zähne würden behandeln können, vor allem angesichts der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand. Manche Eltern baten mich gleich beim ersten Besuch, ihre Kinder unter Vollnarkose zu behandeln, da sie daran zweifelten, dass ich ihre Kinder zur Kooperation würde bewegen können. Um dieses Hindernis zu überwinden, musste ich viel Energie in das Verhaltensmanagement investieren. Dabei haben mir die VOCO-Dentalmaterialien sehr geholfen, besonders das einzigartige Füllungsmaterial Twinky Star. Twinky Star hat in vielen Fällen der Kooperation Tür und Tor geöffnet.


Ich begann die Behandlung in Phasen schwerer Depression bei unkooperativen pädiatrischen Krebspatienten mit ausgedehntem Kariesbefall und einer großen Zahl geschädigter Zähne. Und am Ende der Behandlung zeigten diese schwer kranken Patienten ein glitzerndes Lächeln und freuten sich auf die nächste Behandlung in meiner Praxis. Ich erlebte, wie wichtig diesen Kindern ein schönes Lächeln ist und wie froh und freundlich sie trotz der vielen ernsten Probleme sind, mit denen sie und ihre Eltern zu kämpfen haben. Einige dieser Kinder haben mich zu ihrem Freund erklärt, mich beim Wiedersehen umarmt und wollten als Andenken ein Foto mit mir machen. Es schmerzt mich sehr, dass manche meiner Freunde nicht mehr unter uns weilen, weil die bösartige Krankheit am Ende siegte. Aber diese gemeinsamen Momente werde ich nie vergessen. Dieser Wandel ihres Gemütszustands von extrem negativ zu extrem positiv und glücklich trotz schwerer Krankheit ist für mich eine wunderbare und erfüllende Erfahrung.

Dass ich an einem sehr kleinen, aber sehr positiven Teil ihres Lebens teilhaben durfte, ist für mich eine außerordentliche Ehre und Anerkennung. Das ist so viel mehr als nur eine komplexe Zahnrestauration. Aus diesem Grund möchte ich mich in meinem weiteren Berufsleben der Behandlung pädiatrischer Krebspatienten widmen.

Fernab der Zivilisation
VOCO Dental Aid
Mit dem Team von Dentaid reist die britische ZFA Louise Bambrick zum Hilfseinsat Louise und ihre Kollegen haben bei ihrem jüngsten Einsatz in Uganda mehr als 2.0 In Uganda kommen auf 10.000 Bewohner gerade einmal 0,5 Zahnärzte. Die Zähne viel Louise Bambrick plant, künftig jährlich für Hilfseinsätze nach Uganda zu reisen.

Im Februar 2012 reiste die damalige Zahnarzthelferin Louise Bambrick nach Uganda, um das Hilfsprojekt Dentaid zu unterstützen. Uganda ist dringend auf medizinische Unterstützung aus dem Ausland angewiesen - besonders in Sachen zahnmedizinische Aufklärung ist Hilfe nötig. Drei Wochen lang gaben Louise Bambrick und andere Helfer ihr Fachwissen, besonders in den ländlich gelegenen Orten, weiter. Die Familien, die dort fernab der Zivilisation und erst recht von ärztlicher Versorgung leben, besitzen weder Zahnbürsten noch Zahnpasta. An eine zahnärztliche Behandlung ist erst recht nicht zu denken - dafür gibt es einfach zu wenige Zahnärzte in Uganda. Zum Vergleich: In Großbritannien kommen auf 10 000 Menschen knapp 28 Zahnärzte. In Uganda kommen auf 10 000 Menschen gerade einmal 0,5 Zahnärzte. Man muss kein Zahnarzt sein, um zu wissen, welche Konsequenzen das hat. In welch schlechten Zustand sich die Zähne befinden, schockiert die Zahnärzte auf ihren Reisen immer wieder.

Neue Möglichkeiten als Dentalhygienikerin

Im Jahr 2017 war Louise Bambrick wieder vor Ort und unterstützte das Projekt für insgesamt elf Wochen – dieses Mal als Dentalhygienikerin. Diese Position ermöglichte ihr bei Kindern Zähne zu extrahieren, Füllungen zu legen und Zähne mit Fluoriden zu behandeln. Außerdem konnte sie Lehrer und Eltern über Präventionsmaßnahmen zu den am häufigsten in Erscheinung tretenden Mundkrankheiten aufklären und was sie präventiv dagegen tun können.

Zahnbürsten und Zahnpasta verteilt

Louise Bambrick machte all das natürlich nicht allein. Sie war mit einem Team, bestehend aus zwei Zahnärzten, drei Dentalhygienikerinnen, zwei Zahnarzthelferinnen und zwei Freiwilligen, in Uganda unterwegs, um das zahnärztliches Hilfsprojekt zu unterstützen. Auf ihrem Plan standen neun Ziele: darunter Schulen und Waisenhäuser. Alle mit dem Ziel, Kinder und auch Erwachsene von ihren Schmerzen zu befreien. Insgesamt behandelten sie 2110 Patienten. Jeder von ihnen erhielt eine Zahnbürste und Zahnpasta sowie eine intensive Mundhygiene-Aufklärung. Bei 1108 von ihnen konnten die Zähne mit der Spende von VOCO Proflourid Varnish fluoridiert werden. Eine Spende, über die die Zahnärzte sehr froh waren, denn damit können sie zur Kariesvorbeugung beitragen.

Louise Bambrick plant in Zukunft jährlich nach Uganda zu reisen, um das Hilfsprojekt mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu unterstützen.

Volldampf auf den Inseln über und unter dem Wind
VOCO Dental Aid
VOCO unterstützte einen zahnärztlichen Hilfseinsatz auf den Kapverdischen Inseln Die Kapverden gelten als Geheimtipp für sonnen- und erlebnishungrige Touristen. Vulkanische Berglandschaften prägen das Landschaftsbild auf der Insel Santiago. Viele Kinder wurden mit Frontzahntraumata oder -defekten vorstellig. Vor allem die Zähne von Kindern und Jugendlichen waren vielfach massiv von Karie Bei diesem kleinen Patienten waren bereits fast alle Zähne kariös zerstört. Neben der fehlenden oder unzureichenden Zahnhygiene sorgt der weit verbreitete V Am letzten Behandlungstag wurden alle Kinder einer Schule in der richtigen Zahnp Die vier Zahnmediziner aus Deutschland mit dem Klinikpersonal des „Centre de Sãu Waren für DWLF auf den Kapverden im Einsatz: Julia Reichmann, Dr. Carina Angeli,

Wie hineingeworfen in das Blau des Atlantiks liegen sie zwischen Europa, Afrika und Südamerika – die Kapverdischen Inseln. Mit ihrem konstant milden Klima, ihrer landschaftlichen Vielgestaltigkeit und ihrem besonderen kulturellen Mix und exotischen Flair  empfehlen sie sich längst als Geheimtipp für sonnen- und erlebnishungrige Touristen. Denen bleiben die Schattenseiten des malerischen Inselstaats zumeist verborgen. Andere wiederum sind dort, um ehrenamtlich gerade denjenigen eine medizinische Versorgung zukommen zu lassen, welche für gewöhnlich keinen oder nur erschwerten Zugang dazu haben.

Trügerisches Tropen-Idyll

Die Kapverden (República de Cabo Verde) zählen mit einer Landfläche von etwas mehr als 4000 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von etwa 520.000 Einwohnern zu den kleineren Ländern der Welt. Der Archipel rund 500 Kilometer vor der Küste Westafrikas besteht aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Man unterscheidet hier zwischen den nördlichen Inseln „über dem Wind“ und den südlichen Inseln „unter dem Wind“, also Inseln oberhalb und unterhalb der Strömung des Nordost-Passats. Die Kapverden, einst portugiesische Überseeprovinz und seit 1975 souveräner Staat, verzeichnen in den letzten Jahren einen Aufstieg im internationalen Entwicklungsranking.

Allerdings verfügt das Land weder über mineralische Ressourcen noch über natürliche Voraussetzungen für eine einträgliche exportorientierte Landwirtschaft. Neben ausländischer Wirtschaftshilfe sind es die Ausfuhr von Fischereiprodukten, Textilien und Halbfertigwaren sowie der sich langsam entwickelnde Tourismus, welche dem Land Einnahmen bescheren. Bei einer Arbeitslosenquote von 21 Prozent sind es gerade auch die Geldsendungen von Angehörigen im Ausland, welche rund zwei Drittel der kapverdischen Familien erhalten und zu deren Lebensunterhalt beitragen.

Gesundheitssystem leistet nur Basisversorgung

Das öffentliche Gesundheitssystem der Kapverden kann mit 50 Ärzten pro 100.000 Einwohner lediglich eine Grundversorgung leisten, wobei die Ausstattung der Krankenhäuser und Arztpraxen weit unter OECD-Standard liegt. Es gibt lediglich 20 Zahnärzte, davon ist die Hälfte privat niedergelassen. Eine Behandlung in den Privatpraxen kann sich die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin nicht leisten, was zum einen an den Behandlungskosten und zum anderen an den verhältnismäßig hohen Transportkosten liegt.

Denn die Zahnarztpraxen, ob öffentlich oder privat, sind nicht gleichmäßig auf den Inseln verteilt, sodass man für eine Behandlung den Flug oder Fährtransfer zu einer der größeren Inseln oder gleich zur Hauptstadt Praia in Kauf nehmen müsste. Viele Bewohner der Kapverden waren deshalb noch nie bei einem Zahnarzt. Auch die zahnmedizinische Versorgung bewegt sich auf niedrigem Niveau. Kariesprophylaxe, Fluoridierung, Versiegelungen, Wurzel- und KFO-Behandlungen sowie Parodontitistherapien sind hier unbekannt und statt einer Restauration erfolgt aufgrund von Materialmangel häufig gleich die Extraktion.

Mit DWLF zum Hilfseinsatz nach São Domingos

Damit zumindest einigen Menschen geholfen werden kann, organisiert die Hilfsorganisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ (Dentists Without Limits Foundation, DWLF) regelmäßig Einsätze, wie etwa denjenigen im April 2016 auf der Insel Santiago, an dem sich Dr. Carina Angeli (33) aus dem nordhessischen Sontra gemeinsam mit drei weiteren Kollegen aus Deutschland beteiligte. Einsatzort war das Krankenhaus „Centre de Sãude“ in dem Ort São Domingos, etwa 20 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Praia im Süden der größten und bevölkerungsreichsten Kapverdeninsel. Die vier Zahnmediziner behandelten zwei Wochen lang in einem provisorisch eingerichteten Krankenzimmer insgesamt 299 Patienten im Alter zwischen zwei und 83 Jahren, wobei zwei Drittel der Patienten Kinder und Jugendliche waren.

Massive Karies bei der jüngeren Bevölkerung

Es zeigte sich, dass vor allem die Zähne von Kindern und Jugendlichen vielfach massiv von Karies befallen waren. Das liegt einerseits am mangelnden Bewusstsein für eine hinreichende Zahnpflege und andererseits an den vielen Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken, welche überall in der Stadt und auch vor den Schulen an einfachen Verkaufsständen feilgeboten werden und reißenden Absatz finden. Ältere Patienten wiesen deutlich weniger Karies auf, dafür aber massiv Zahnstein und unversorgte Zahnlücken. Bei ganz alten Patienten, hauptsächlich Frauen, konnte bei vielen ein noch vollständiges Gebiss festgestellt werden, allerdings mit stark abradierten Zähnen. Etliche Kinder im Alter von etwa zehn Jahren erschienen zudem mit Frontzahntraumata zur Behandlung.

Angesichts der Befunde zeigte sich Angeli schon erschüttert: „Bei vielen Kindern und Jugendlichen waren die Zahnreste bis aufs Zahnfleisch heruntergefault. Solche Zustände sehen wir bei unserer täglichen Arbeit in Deutschland eher selten. Unter den gezogenen Zähnen befanden sich leider auch viele Milchzähne. Keines der Kinder war jemals in seinem Leben bei einem Zahnarzt gewesen und Vorsorge gibt es hier einfach nicht. Stattdessen isst ein Großteil der Kinder ständig Süßigkeiten, die es an jeder Ecke gibt. Bei einem Zweijährigen waren sogar alle Milchzähne von Karies befallen.“

Bilanz nach zwei Wochen Einsatz

Die vier deutschen Zahnmediziner mussten innerhalb des zweiwöchigen Behandlungszeitraums 267 Zähne extrahieren, legten 144 Füllungen, entfernten bei 49 Patienten Zahnstein, bauten 12 Frontzähne wieder auf, führten zwei Wurzelbehandlungen und zahlreiche lokale Fluoridierungen durch. Berechnet nach dem günstigsten Satz einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse hatte die Arbeit ein Gesamtvolumen von circa 25.000 Euro. Um die richtige und kontinuierliche Zahnpflege in den Köpfen der Kinder zu verankern, besuchten die Zahnmediziner am letzten Behandlungstag eine Schule in einem abseits gelegenen Dorf. Dort zeigten sie 80 Kindern der 1. bis 7. Klasse, wie man seine Zähne richtig pflegt, und übten mit ihnen den Umgang  mit eigens verteilten Zahnbürsten. Angeli ist froh, dass sie in São Domingos helfen und dabei auch wichtige Erfahrungen machen konnte. „Die Arbeit auf den Kapverden und in Deutschland sind allerdings zwei komplett verschiedene Welten. Daran musste ich mich erst mal wieder gewöhnen“, so die junge Zahnärztin.

 

Fotos: Carina Angeli